Aktiv gegen die Isolation
Annegret Rother freut sich schon auf das Erdbeerfest, das am nächsten Tag im Innenhof des Altenheims St. Clara in Salzkotten stattfindet. Gemeinsam mit fünf anderen Bewohner/-innen hat sie maßgeblich an dessen Planung mitgewirkt. Georg Schwartz liest ihr gerade aus der Tageszeitung vor, denn Annegret Rothers Sehkraft ist stark eingeschränkt. Seine Mutter ist ebenfalls Bewohnerin des Hauses, aber gerade beim Singen im Chor. Also nutzt er die Zeit anderweitig. Hier in St. Clara ist man stolz auf eine gelebte Gemeinschaft, die der sozialen Isolation entgegenwirkt und nicht zuletzt Resultat eines wegweisenden Modellprojekts ist.
Fakt ist, dass bei einem Einzug in eine stationäre Pflegeeinrichtung für viele Personen die vertraute Gemeinschaft wegbricht. Zugleich fehlt oft die Möglichkeit, neue soziale Kontakte aufzubauen und zu pflegen. Da das Altenheim St. Clara lange Zeit nur Ordensschwestern aus dem benachbarten Mutterhaus der Franziskanerinnen vorbehalten war, blieben sie weiterhin Teil der Klostergemeinschaft. Mit der Öffnung der Einrichtung für Externe vor über zehn Jahren änderte sich das. Darum nahm man sich des Problems nicht nur mit viel Herz und gutem Willen an, sondern rief mit kompetenter wissenschaftlicher Unterstützung das Projekt „Communio firmo prosperamus“ ins Leben.